BETON

Aktualisiert: Okt 26

Betonarbeiten - Interview mit Rebekka Hatzung



Rebekka Hatzung habe ich in erster Linie als Malerin kennengelernt.

Eine Künstlerin welche sich gerne auf Experimente mit Materialien einlässt und es geniesst diesen kreativen Wellen ihren Lauf zu lassen und auf ihnen zu balancieren, neues daraus und aus sich selbst im Prozess zu gestalten.

Bewundernswert mit welcher Leidenschaft und Hingabe sie nun auch ihre neuen Areiten „Wohnaccessoires“ gestaltet.


Beton ist der Mittelpunkt ihrer Arbeiten,

dieses rohe, kalte Material das in der Vorstellung so gar nicht mit Emotionen in Verbindung gebracht werden kann und dann liegt diese Schale in deinen Händen.

Es ist kühl, zart, grob, schwer und leicht zugleich.

Gegengensätze welche so wunderbar harmonieren

dass sie schon fast beruhigend auf einen wirken.

Auf die Schalen folgten Vasen und Hocker, die in meinen Augen, diesen perfekten Mix besitzen um Möbel und Kunst gleichzeitig zu sein.

Ich freue mich darauf mehr zu sehen.

Rebekka Hatzungs kreativen Wellen sollte man unbedingt folgen.



Was hat dich dazu bewogen zur Malerei hinzu noch Schalen ,Vasen , und Hocker, also Möbel zu gestalten?


In meinen Bildern verwende ich viele Baustoffe - wie auch Beton - artverfremdet - gemischt mit Wasser und Leim und den Bildern eine 3D- Struktur zu geben. Da mir der momentane Trend zu Wohnaccesssoires aus Beton und innenarchitektonischen Elementen (Wie Sichtbetonwände, Waschtische aus Beton etc) sehr gut gefällt habe ich begonnen zu experimentieren ob sich mit dem Material nicht auch Dinge herstellen liessen. Zusammen mit einiger Recherche im Internet und in Büchern, vielen Besuchen im Baumarkt und Tests mit verschiedenen Materialien hat das dann geklappt.


War Japan ausschlaggebend ? Irgendwie spürt man in den Arbeiten diesen Japanischen Touch.


Ich denke es beeinflusst einen alles was man sieht und erlebt und so kann es natürlich sein, dass die Einfachheit und Klarheit in Design und Struktur, wie man sie in Japan sieht, mich unterbewusst beeinflusst hat. Speziell denke ich an ein Museum auf der Kunstinsel Naoshima, das ganz aus Beton gebaut ist. Die Insel strahlt eine Ruhe und zeigt tolle Kunst ind wunderbarem Deisgn und hat mich sehr beeindruckt.


Gehen deine Ambitionen Richtung Möbel weiter? Und wenn ja, wohin?


Ich würde mich gerne in Zukunft an grössere und komplexere Formen wagen, vielleicht zum Beispiel einmal Bänke bauen. Die räumlichen Möglichkeiten dafür hätte ich, jetzt muss ich nur noch an den handwerklichen Fähigkeiten feilen und weiterhin geduldige Mitarbeiter in Baumärkten finden, die auf der Suche nach "Bastelmaterial" in mitten von Baustoffen nicht die Augen verdrehen.


Wo stellst du deine Betonarbeiten aus? Und tragen diese Arbeiten einen speziellen Namen?


Ich nenne die Arbeiten momentan Wohaccessoires. Verkauft werden sie momentan hauptsächlich über Mund zu Mund Propaganda. Vielleicht integriere ich sie aber in Zukunft in Messestände oder Ausstellungen meiner Bilder. Beton braucht lange zum Trocknen und ich bin momentan noch nicht auf Massenproduktion ausgelegt, alles sind Einzelstücke. Es wäre aber trotzdem durchaus denkbar, sie einmal Deko- oder Möbelläden zum Verkauf anzubieten.


In welche Richtung möchtest du als Künstlerin gehen ? Willst du beides weiterhin machen? Malen und Beton gestalten ?

Ja auf jeden Fall werde ich weiter Bilder malen und solange es mir Spass macht, gestalte ich weiter mit Beton. Wie ich mich kenne war das aber noch nicht alles und es gibt bestimmt in Zukunft noch etwas neues, anderes dazu. Ich suche aber nicht danach, sondern lasse mich inspirieren und bleibe immer offen für Experimente.



Rebekka Hatzung





 

Bildarbeiten & Texte: Copyright: Nicole Strube - Westside Room