JAPAN

Aktualisiert: Okt 24

Reisebericht aus Japan I Tokyo und Kyoto




Ein Zug der am Morgen an meinem Fenster vorbeirauscht wirkt wie eine Spielzeugeisenbahn. Lautlos, bei geschlossenen Scheiben, im 22. Stock, mitten in Tokyo.

Ein atemberaubender Blick über die Stadt die langsam erwacht, oder einfach nie schlafen will.


Der lange Flug hängt in den Knochen, aber die Neugierde lässt dich schon bei der Ankunft in der Nacht nur rasch das Gepäck auf Dein Zimmer legen um dann gegen 02.00H noch die bunten Lichter dieser Stadt gierig aufzusaugen. An jeder Ecke riecht es nach Nudelsuppen, Grillspiessen, und all den Köstlichkeiten von denen man zum Teil keine Ahnung hat was es ist, geschweige denn den Namen aussprechen kann.

Das scheint aber egal. Schnell kapiert man wie das in einer Ramenbar läuft.

Die meisten befinden sich in Kellern. Enge steile Stufen führen in gemütliche kleine Küchen mit Tresen davor. Du löst am „Ticketautomaten“ dein Essen, das auf Bildern zu sehen ist. Gibst den Zettel der netten Frau die dir einen Platz zuweist und bekommst für wirklich einen Spottpreis ein grossartiges Essen das wirklich unglaublich lecker ist.

Man darf sich in Tokyo nicht scheuen, einfach mal in einen Lift zu steigen und in die oberen Stockwerke zu gehen. Da befinden sich Bars, Restaurants, und verrückte Cafes mit speziellen Themen zur Unterhaltung der Gäste. Pflichtprogramm in Tokyo, wenn man auf Roboter abfährt, ist das Roboter Restaurant genau der richtige Ort. Es ist an Lichterflut nicht zu überbieten. Wirklich total abgefahren!!! Trotz dieser Vielfalt an Lichterflut und Unterhaltungsbandbreite wirkt diese Stadt ruhig.

Kein einziger rempelt Dich an. Es rennt sowieso fast niemand. Man geht höflich miteinander um und so ist das U-Bahn fahren mit vielen Menschen auch nicht wirklich beengend.

Es spricht auch keiner in der U-Bahn. Nein die meisten schlafen. Ich habe noch nie so viele Personen schlafen gesehen.


Jeder Stadtteil in Tokyo bietet eine Besonderheit. Zum Shoppen, Gamen, Essen, Karaoke und nicht zu vergessen: die unzähligen Tempel.

In Tokyo besuchte ich den Meiji Schrein im Yoyogi Park. Früh am Morgen begrüsst dich ein stattlicher älterer Herr mit weissen Handschuhen vor dem riesigen Torii (Torbogen). Nickt Dir freundlich zu und sagt wohl so was wie: Herzlich willkommen.

Zuerst weiss man nicht was das für ein Geräusch ist das mit jedem Meter dichter in den Park hinein raunt. Nach einigen Momenten jedoch wird klar, das es tausende und abertausende von Grillen sind die zirpen und dabei schon fast einen meditativen Klang erzeugen. Ein unbeschreibliches Geräusch das mit der feuchtwarmen Luft und dem menschenleeren riesigen Kiesweg ein Gefühl von Weite und Freiheit erzeugt, das ich so noch nicht kannte. Gleichzeitig versinkt man in Demut vor soviel Schönheit und liebe zur Natur. Es war einer der erfahrungsreichsten Momente auf dieser Reise.

Nach dieser Zeit in Tokyo freue ich mich auf Kyoto. Die Stadt die so anders und nicht vergleichbar mit Tokyo ist.


Trotz ihrer Grösse wirkt Kyoto wie ein Dorf. Alles ist irgendwie überschaubar und trotzdem überrascht diese Stadt an jedem erdenklichen Punkt.

Der Bahnhof ist Modern und mit seiner am Abend leuchtenden Treppe ein „muss“ in Kyoto.

Zu empfehlen ist auch die Übernachtung in einem original Ryokan. Wenn man um 05.00h schon wach bist, der Regen draussen auf die Blätter in diesen kleinen Innenhof fällt und den Klang der Glocke des Tempels nebenan erklingt, fühlt es sich an als sage ganz Kyoto leise : „Guten Morgen“. All die unzähligen Tempel, Schreine und Burgen sind Meisterwerke und unbeschreiblich schön und wenn man im Gion Viertel in die richtige Strasse zur richtigen Zeit blickt, dann sieht man vielleicht eine echte Geisha, die von Tür zu Tür gleitet und so schnell verschwunden wie aufgetaucht ist. Kyoto ist Romantisch, es duftet nach altem Holz, Räucherstäbchen und heissem Grüntee. Auch wenn es regnet ist es wunderschön und gemütlich.

Japan ist nicht nur „Sushi & Kimono“. Dieses Land hat Würde, Tradition und die Menschen sind an Gastfreundlichkeit kaum zu überbieten. Man geht nach einem Besuch in Japan mit einem warmen Gefühl und einem Lächeln nach Hause.





 

Bildarbeiten & Texte: Copyright: Nicole Strube - Westside Room